Wie uns die KI das Leben aus der Hand schlägt

Macht die digitale Welt das Leben leichter?

Wird die Lebensqualität erhöht?

Die digitale Errungenschaft erscheint als die Welt, die alles erleichtert, die Arbeit, den Einkauf, das Schreiben, das Rechnen und den Kontakt zu vielen. Zu fragen ist jedoch, inwieweit KI die Lebensqualität als Ganzes erhöht, uns mehr Freude und Erfüllung, Freiheit und Nähe bringt oder zugleich Probleme schafft, die mit digitalen Errungenschaften nicht gelöst werden können. Der Journalist der Süddeutschen Zeitung Tobias Haberl bemerkt in seinem Buch „Die große Entzauberung:" „Das Problem ist, dass wir am Ende Dinge kriegen, von denen Informatiker und Elektrotechniker begeistert sind, und dass diese Typen Errungenschaften erforschen, einsetzen und zu Geld machen, bevor sie diese vollständig verstanden, und ohne sich mit den rechtlichen und ethischen Konsequenzen auseinander gesetzt zu haben. Die Tendenz, für gesellschaftliche Probleme technische Lösungen bereit zu stellen, führt dazu, dass Teilaspekte des Lebens verbessert werden, während solche, die aus der technischen Lösung resultieren, kaum beachtet werden. Das vorläufige Ergebnis dieser Logik sind depressive Menschen, aggressive Shitstorms, öde Innenstädte, überteuerte Immobilien, leere Wirtshäuser, rechte Aufmärsche, gemobbte Schulkinder, der hysterische Kampf aller gegen alle."

Der Umfang der digitalen Welt

Ein KI-Forscher sagt: Wenn wir Glück haben, werden uns die Maschinen als Haustiere halten. Die Plattform Google will bis zu 40 Milliarden US-Dollar in Entwicklung Künstlicher Intelligenz investieren. „Mit 2,3 Milliarden Mitgliedern kontrolliert Facebook das Kommunikationsverhalten eines relevanten Teils der Weltbevölkerung. In Deutschland sind 600 000 junge Menschen medienabhängig, in den USA ist fast ein Drittel der 18- bis 24-Jährigen süchtig nach irgendwas Digitalem." „Ist es Zufall, dass alles, worüber wir uns beklagen, die Gereiztheit auf den Straßen, der Sittenverfall im Netz, der Rechtsruck der Gesellschaft, die schwindende Orientierung, der Abstieg der liberalen Demokratie und der Aufstieg autoritärer Staaten, seinen Aufstieg in dem Moment genommen hat , in dem unsere Kommunikation begann, digital und in Echtzeit abzulaufen, in dem unser Leben seinen ‚‘Rhythmus eingebüßt und die Option immerwährender Teilhabe die Illusion genährt hat, noch intensiver am Leben zu sein." Die Gefahr ist, dass die Beziehung von Mensch zu Mensch, was man gewöhnlich Liebe nennt, wie ein Gebrauchsgegenstand behandelt wird. Unverbindliche Kontakte sind schnell geschlossen, eine ergreifende, dauerhafte Liebe braucht Zeit und die Bereitschaft, in der Tiefe der Seele berührt zu werden. Als Zeichen reichen sich im Hochzeitsritus die Vermählten die Hand zum Bund. Es ist das Symbol für ein gelingendes Leben, das die KI nicht liefern kann. Tatsache ist, dass Beziehungen auf Dauer immer weniger gelingen, dass es immer schwieriger wird, auf engem Raum miteinander in Harmonie zu leben, Einsamkeit sich mehrt und immer mehr ihr Leben als Single verbringen. .

Die digitale Welt toxisch

Dazu seien Zahlen zitiert, welche die negativen Auswirkungen der „segensreichen" Errungenschaften belegen. Am auffallendsten sind die Psychische Erkrankungen. Die Zahl der Arbeitsausfälle wegen psychi¬scher Erkrankungen ist einer Studie der Krankenkasse DAK zufolge in den vergangenen Jah¬ren deutlich gestiegen. Die Kas¬se verzeichnete von 2000 bis 2019 einen Anstieg der Ausfall¬tage aufgrund von Depressio¬nen um 184 Prozent. Die Fehl¬zeiten wegen anderer Angststö¬rungen stiegen um 205 Prozent, Ausfälle wegen Reaktionen auf schwere Belastungen und An¬passungsstörungen sogar um 332 Prozent. Die Zunahme der Arbeitsun¬fähigkeit wegen psychischer Er¬krankungen sei „seit Jahren die bei Weitem auffälligste Entwick¬lung", zitierte der „Spiegel" aus der Untersuchung. Von 1997 bis 2019 nahm die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankun¬gen demnach um 239 Prozent zu. Ansonsten gab es keinen ver¬gleichbaren Aufwärtstrend. Immer mehr Kinder kommen wegen psychischer Probleme ins Krankenhaus. Alkomiet Hasan, Professor für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Augsburg stellt einen deutlichen Anstieg von psychischen Erkrankungen bei Kinder und Jugendlichen fest. In Deutschland waren es 2021 1Million, 2025 1,2 Millionen. Kinder bekommen die Schattenseiten der Welt der Erwachsenen, der Eltern, Erzieher, der der großen Gesellschaft am intensivsten zu spüren. Sie können sich nicht wehren.


Einsamkeit, die krank macht

Soziale Bindungen gelten als fundamentales menschliches Bedürfnis wichtig, für das Überleben und für unser Wohlbefinden", sagt Julianne Holt-Lunstad, Psychologie-Professorin an der Brigham Young University. Wenn soziale Beziehungen misslingen, bedeutet dies Einsamkeit. Denn Einsamkeit macht körperlich krank, US-Psychologen halten soziale Isolation sogar für ebenso gefährlich wie Rauchen oder krankhaftes Übergewicht. „Isoliertheit, Einsamkeit oder auch nur allein zu leben stellen laut Studie ein deutliches Risiko für vorzeitigen Tod dar. Wer sozial gut vernetzt ist, reduziere dagegen das frühe Sterberisiko um 50 Prozent. Die Gesundheitsgefahr baut sich auf, wenn die Einsamkeit zum Dauerzustand wird. Wer einsam ist, schläft schlechter, denkt langsamer, hat eine geringere Herz-Kreislauf-Leistung und ein schwächeres Immunsystem. Der Zusammenhang von Ursache und Wirkung ist zwar nicht eindeutig. Es scheint aber eine Mischung aus psychisch belastenden Faktoren und fehlendem sozialen Netzwerk zu sein, die zu Lasten der Gesundheit geht.Nach Maike Luhmann, Professorin für Psychologie in Bochum erhöht sich Einsamkeit durch Armut und Krankheit. Personen, die unter Einsamkeit leiden sind anfälliger für radikale Gruppierungen im politischen Bereich und auch im religiösen. Die emotionale Anziehung ist bedingt durch einseitige, nicht reflektierte Aussagen. Radikale Gruppen sind hoch emotional aufgeladen und strahlen eine starke Überzeugung aus als bindende Kraft, welche die Einsamkeit aufhebt, dem einzelnen aber eigenes Denken abnimmt.

Was die Einsamkeit erhöht..

Die Abhängigkeit von der digitalen Welt, indem man ständig auf das Handy schaut, bei allem KI befragt, bringt jedoch den Verlust der Selbstwahrnehmung und Selbstbestimmung. Man richtet sich nach dem Marktwert, nach dem, wie ich mich nach außen verkaufe, was einem von außen als wichtig, erstrebenswert, anziehend vorgegeben wird. Nicht ich selbst bestimme, was zu erstreben ist, sondern die digitale Welt.
Um Einsamkeit zu überwinden, kann man den gut gemeinten Ratschlag hören: Sie müssen mehr unter die Leute gehen, zu Gesprächsabenden und anderen Treffen. Wer aber nur den Umgang mit seinem Smartphon gelernt hat, ist nicht fähig, Kontakte zu schließen, ganz gleich unter welchem Namen eine Veranstaltung läuft. Solche Ratschläge kann man sogar von Psychologen hören. „Sie müssen mehr ins Freie gehen jetzt bei dem schönen Wetter."
Was ist, wenn die depressive Person, dabei gar nichts empfindet?
Allerdings ist Einsamkeit als ein belastender Zustand von einem bewusst gewählten Allein-sein zu unterscheiden.Sie ist sogar wohltuend, bereichernd für jemand, der über eigenes Denken, eigene Kreativität, und über die Fähigkeit verfügt, soziale Beziehungen zu gestalten

Was hilft? Heilung - Prävention

Beobachter und Betroffensein - Formen der Kommunikation:
Der Philosoph Hans Dieter Mutschler unterscheidet zwei Formen der Kommunikation:
Die Perspektive des Beobachters und die Perspektive des Betroffenseins. Dies entspricht dem, was der Kommunikationspsychologe Paul Watzlawik Inhaltsaspekt und Beziehungsaspekt nennt. Die Perspektive des Beobachters entspricht der wissenschaftlichen Denkweise, die nur das für real erklärt, was sich nach strengen Regeln objektiv nachweisen lässt. Der Beobachter muss sich völlig neutral verhalten, jeden persönlichen Einfluss auf das Ergebnis ausschließen. Die wissenschaftliche Denkweise vermag objektive Tatsachen zu vermitteln mit Erfolg in der Technik und in der Rechtsprechung. Zum Problem wird es, wenn es um die Erforschung des Menschen geht. Die wissenschaftliche Psychologie und Soziologie kann nur den Ist-Zustand feststellen, der sich aus dem statistischen Mittelwert der Allgemeinheit ergibt.
Die Perspektive der Betroffenheit sagt darüber aus, was einem eine Sache, eine Situation, ein Mensch bedeutet, was sie einem wert ist. Es ist der existentielle Bereich, der sich in den Emotionen äußert. Als Beispiel sei eine Szene aus der Bibel zitiert. Als König David eine Affäre mit der Frau eines seiner besten Kämpfer hatte und diesen auf geheime Weise beseitigen ließ, kam der Prophet Nathan zu ihm und erzählte ihm die Geschichte vom reichen und armen Mann. Der eine hatte 1000 Schafe, der andere nur ein Lamm, das er wie seine Tochter hielt, es fras aus seiner Schüssel, die Kinder spielten mit ihm. Als der Reiche Besuch bekam, nahm er nicht ein Tier aus seiner Herde, sondern das Lamm des armen Mannes. Das sprang David wütend auf und schrie: Der Mann muss sterben! Da sagte der Prophet: Der Mann bist Du!!! Der König wehrte nicht ab, er gestand seine Schuld ein und stand damit ganz und gar zu sich selbst.
Die Perspektive des Beobachters, das persönlich neutrale Vorgehen der Wissenschaft kann keine Antwort geben auf die existentiellen Fragen, die Menschen bedrängen
Wie kann Liebe gelingen?
Wie gehen Freiheit und Nähe zusammen?
Wie bewältige ich den Verlust der Gesundheit, der Wertschätzung, wenn man sich trennt, oder den andern durch Tod verliert?
Wie finde ich Vertrauen? Man kann es nicht durch wissenschaftliche Beweise herstellen?
Die Antwort ist nur in der Perspektive der Betroffenheit zu finden.
Um die Antworten auf diese Fragen zu finden braucht es den Blick auf mich selbst, dass man sich selbst spürt, bewusst seine Gefühle, seine Ängste, seinen Enttäuschung, seinen Zorn, seine Schmerzen und Hoffnungen wahrnimmt. Was der Sinn meines Lebens ist, kann mir niemand von außen sagen, ich muss ihn durch einen Prozess der Auseinandersetzung mit mir selbst, der Betroffenheit finden.
In der Perspektive des Beobachters, in der wissenschaftlichen Sichtweise geht es objektive Tatsachen, die Dinge zu begreifen und in vorgegebenes System einzuordnen. Dürckheim spricht vom gegenständlichen Bewusstsein. Darunter fallen alle Arten des rationalen Denkens und Vorgehens, die Vorstellung, alles begreifen, planen und machen und alles mit Geld bewältigen zu können. Dazu ist die KI das beste Mittel.
Die KI behandelt die Themen, die nur durch ergriffen werden gelöst werden können, wie bloße bloße Gegenstände, die man durch Ratschläge, Techniken, eifriges Tun erreichen kann. Stattdessen können sie nur durch Betroffensein gelöst werden.
indem mir eine neue Sicht der Dinge aufgeht, Dies betrifft in besonderer Weise die engste Beziehung zum Lebenspartner. Echte Liebe ist nicht machbar, sie springt als Funke über und löst eine Art Zauber aus, der das gesamte Miteinander verwandelt. Was der Sinn meines Lebens ist, kann mir niemand von außen sagen, ich muss ihn durch einen Prozess der Auseinandersetzung mit mir selbst, der Betroffenheit finden.
Was die Ki nicht schafft:

Vertrauen - Urvertrauen. Gibt es ein Größeres über mir, dem ich mich voll und ganz anvertrauen kann? Es ist eine Weise des Miteinanders, die man nicht machen kann, die sich ereignet, die durch eine Instanz außerhalb des Willens veranlasst wird. Damit ist eingeschlossen
bedingungslose Wertschätzung, welche der Therapeut Carl Rogers von einem Therapeuten verlangt.
Damit in Zusammenhang sind es
die spontanen Äußerungen, Reden oder Tun, die nicht gemacht und geplant sind, sondern unmittelbar aus der Situation entstehen. Sie machen das Zusammensein interessant, lebendig, wertvoll, gegen Gleichgültigkeit und Langweile.
Damit hängt Authentizität, zusammen. Erst wenn man spürt, dass ein Wort, ein Handeln aus dem Innersten kommt, entsteht wahre Nähe.
Man kann Vertrauen, Spontane Äußerungen (Sie müssen mehr aus sich herausgehen!) nicht auf Befehl hervorbringen.
Indem Vertrauen, Wertschätzung, Spontaneität, Authentizität, Voraussetzungen sind für Würde, Freiheit und Näh für ein gelingendes Leben und wenn die digitale Welt diese Voraussetzungen nicht mehr zulässt,
schlägt sie einem das Leben in Freiheit und Würde aus der Hand.

 

 

inneren Weg: eine neue Lebensqualität
Der innere Weg als Antwort auf die Herausforderungen des Lebens

Der Begriff „innerer Weg" ist erst in den letzten Jahrzehnten in unserem spirituellen Horizont wieder aufgetaucht Er stammt aus dem Bereich der neuen spirituellen Wege, die vom fernöstlichen Kulturgut beeinflusst sind.
Das Thema kommt in unseren Träumen vor. Ich nenne einige Beispiele: Wir sind mit dem Auto unterwegs und landen an einer Baustelle. Wir sind steigen auf einen Berg und wir haben nicht die richtigen Schuhe. Wir fahren mit dem Zug, die Wagons werden abgehängt, wir bleiben mitten auf der Strecke stehen. Die große mächtige Lokomotive fährt allein durch die Gegend.
Wir überqueren einen Fluss auf einem schmalen Steg. Plötzlich merke ich: das ist gar kein Geländer.
Wenn uns solche Bilder bei Nacht erscheinen, heißt das: Wir sind in einer Phase des Übergangs, der Wandlung, der Entwicklung, des seelischen Wachstums.
Der innere. Weg ist kein Hobby und kein Freizeitvergnügen, dass man sich nach Laune aussuchen kann, sondern es handelt sich eher um das ganz persönliche Schicksal, das einem auferlegt ist, mit dem man zu Recht kommen muss. Andererseits ist es die große Chance, die Möglichkeiten zu sehen, aus unserem Leben etwas zu machen, das wertvoll und erfüllend ist. Im Grunde haben wir nur die Wahl, den vorgegebenen Rahmen unseres Lebens auszufüllen und das Beste daraus zu machen, oder unsere Bestimmung abzulehnen und uns gegen die positiven Möglichkeiten zu verschließen.

 

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