Christi Himmelfahrt 14.05.2026
Hochfest
Christus ist in der Herrlichkeit Gottes, des Vaters. Er ist dort als der Menschgewordene und der Gekreuzigte, als unser Priester und Fürbitter. Er ist aber von der Erde nicht einfach weggegangen, sodass er nun abwesend wäre. Er hat seine Jünger nicht allein gelassen, er bleibt anwesend in seiner Kirche und durch sie in der Welt.
EröffnungsversApg 1, 11
Ihr Männer von Galiläa,
was steht ihr da und schaut zum Himmel?
Der Herr wird wiederkommen, wie er jetzt aufgefahren ist. Halleluja.
Ehre sei Gott, S. 375 f.
Tagesgebet
Allmächtiger, ewiger Gott,erfülle uns mit Freude und Dankbarkeit,
denn in der Himmelfahrt deines Sohnes
hast du den Menschen erhöht.
Schenke uns das feste Vertrauen,
dass auch wir zu der Herrlichkeit gerufen sind,
in die Christus uns vorausgegangen ist,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
.
Erste LesungApg 1, 1-11
Dieser Jesus, der in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen
Lesungaus der Apostelgeschichte.
1Im ersten Buch, lieber Theóphilus,
habe ich über alles berichtet,
was Jesus von Anfang an getan und gelehrt hat,
2bis zu dem Tag, an dem er in den Himmel aufgenommen wurde.
Vorher hat er den Aposteln,
die er sich durch den Heiligen Geist erwählt hatte,
Weisung gegeben.
3Ihnen hat er nach seinem Leiden
durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt;
vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen
und hat vom Reich Gottes gesprochen.
4Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen:
Geht nicht weg von Jerusalem,
sondern wartet auf die Verheißung des Vaters,
die ihr von mir vernommen habt!
5Denn Johannes hat mit Wasser getauft,
ihr aber
werdet schon in wenigen Tagen
mit dem Heiligen Geist getauft werden.
6Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn:
Herr, stellst du in dieser Zeit
das Reich für Israel wieder her?
7Er sagte zu ihnen:
Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren,
die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat.
8Aber ihr werdet Kraft empfangen,
wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird;
und ihr werdet meine Zeugen sein
in Jerusalem und in ganz Judäa und Samárien
und bis an die Grenzen der Erde.
9Als er das gesagt hatte,
wurde er vor ihren Augen emporgehoben
und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.
10Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten,
siehe, da standen zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen
11und sagten: Ihr Männer von Galiläa,
was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?
Dieser Jesus, der von euch fort
in den Himmel aufgenommen wurde,
wird ebenso wiederkommen,
wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.
AntwortpsalmPs 47 (46), 2-3.6-7.8-9 (Kv: vgl. 6)
Kv Gott steigt empor unter Jubel,GL 340
der Herr beim Schall der Posaunen. - Kv
Oder: Kv Halleluja. - Kv
2Ihr Völker alle, klatscht in die Hände; *
jauchzt Gott zu mit lautem Jubel!
3Denn Furcht gebietend ist der Herr, der Höchste, *
ein großer König über die ganze Erde. - (Kv)
6Gott stieg empor unter Jubel, *
der Herr beim Schall der Hörner.
7Singt unserm Gott, ja singt ihm! *
Singt unserm König, singt ihm! - (Kv)
8Denn König der ganzen Erde ist Gott. *
Singt ihm ein Weisheitslied!
9Gott wurde König über die Völker, *
Gott hat sich auf seinen heiligen Thron gesetzt. - Kv
Zweite LesungEph 1, 17-23
Gott hat Christus auf den Platz zu seiner Rechten erhoben
Lesung
aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Éphesus.
Schwestern und Brüder!
17Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn,
der Vater der Herrlichkeit,
gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung,
damit ihr ihn erkennt.
18Er erleuchte die Augen eures Herzens,
damit ihr versteht,
zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid,
welchen Reichtum
die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt
19und wie überragend groß
seine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist
durch das Wirken seiner Kraft und Stärke.
20Er ließ sie wirksam werden in Christus,
den er von den Toten auferweckt
und im Himmel auf den Platz zu seiner Rechten erhoben hat,
21hoch über jegliche Hoheit und Gewalt,
Macht und Herrschaft
und über jeden Namen, der nicht nur in dieser Weltzeit,
sondern auch in der künftigen genannt wird.
22Alles hat er ihm zu Füßen gelegt
und ihn, der als Haupt alles überragt,
über die Kirche gesetzt.
23Sie ist sein Leib,
die Fülle dessen, der das All in allem erfüllt.
Ruf vor dem EvangeliumVers: Mt 28, 19a.20b
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern.
Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
Halleluja.
Zum Evangelium Am Anfang des Matthäusevangeliums stand die Verheißung „Gott ist mit uns" (Mt 1, 23); an seinem Ende steht die Versicherung Jesu, des Auferstandenen: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt." Mit göttlicher Vollmacht sendet Jesus seine Jünger in die Welt hinaus; sie sollen alle Menschen lehren und taufen. Man wird Jünger Jesu durch den Glauben und die Taufe; man bleibt es dadurch, dass man nach seiner Lehre und Weisung lebt (Mt 5-7).
EvangeliumMt 28, 16-20
Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit
16 gingen die elf Jünger nach Galiläa
auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.
17Und als sie Jesus sahen,
fielen sie vor ihm nieder,
einige aber hatten Zweifel.
18Da trat Jesus auf sie zu
und sagte zu ihnen:
Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde.
19Darum geht
und macht alle Völker zu meinen Jüngern;
tauft sie
auf den Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes
20und lehrt sie,
alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.
Und siehe,
ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
Die Macht aus der Tiefe
Wir hören von der Macht, die Jesus gegeben ist, ihm, der den Tod hinter sich hat. Im Brief an die Epheser ist sogar davon die Rede, dass Christus über alle Mächte und Gewalten erhaben ist. Wir tun uns schwer damit. Wo ist sie? fragen wir, wenn christliche Symbole immer mehr aus der Öffentlichkeit verschwinden, wenn sich immer mehr Menschen von Kirche und Christentum verabschieden? Wir erwarten ja gar nicht, dass der erhöhte Christus wie der Präsident einer Weltregierung durchgreift, Unrecht beseitigt, Gerechtigkeit für die Unrecht Leidenden schafft und das vollbringt, was wir in unserer Ohnmacht nicht können. Wir sind gar nicht so naiv, dass wir wie die Jünger die Frage stellen: „Stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her?"(Apg1,6). Sie, die im Geheimen doch gehofft hatten, dass Jesus als der endgültige Sieger die Größe und Macht des Königs David noch einmal herbeiführen werde.
Die erfolgreiche Macht - im Innern
Gerade die Politik der größten Weltmacht im Nahen Osten hat anschaulich vor Augen geführt, dass gewaltsames Eingreifen von außen nicht die Lösung bringt. Alles deutet darauf hin, dass es eine Macht sein müsste, die von innen her die Menschen überzeugt. Nur sie kann die Mauern zwischen den verfeindeten Völkern, Parteien, Religionen überwinden. Doch wir sitzen da in unserer Kirche ratlos gerade im Hinblick auf das, was in diesen Tagen vor sich geht.
Was ist dann mit der Macht, von der Jesus spricht? Zeigt sie sich erst am Ende der Welt? Dasselbe Wort wird auch gesagt, als Jesus in der Synagoge zu Kapharnaum zum ersten Mal auftritt. Die Leute horchen auf, sie sind zutiefst angesprochen. Sie bleiben nach dem Gottesdienst zusammen und fragen einander: Es ist ganz anders, als man es von den Schriftgelehrten hört. Wer ist der, der mit solcher Macht redet?
Einige trifft die Begegnung mit Jesus so gewaltig, dass sie alles, was sie an Zuhause bindet, aufgeben und mit Jesus ziehen. Sie werden seine Jünger, die sein Wirken fortsetzen. Ihr Auftrag ist, den Funken Gottes in einem jeden zu einem großen Feuer zu entfachen. Dafür bekommen sie die Kraft von oben (Lk 24,49). Es ist die MACHT, mit der Jesus in Kapharaum spricht und es ist die Kraft, die Menschen wandelt, die ihnen nichts aufzwingt, noch etwas überstülpt, vielmehr sie zur Freiheit und zugleich zur innigen Gemeinschaft führt. Sie kann das überwinden, was heute die meisten quält: Überforderung, Druck, Alleingelassen sein, Einsamkeit, ein Leben, das leer geworden ist von sinnvollen Inhalten, die Unfähigkeit, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Die Macht Jesu ist in der tiefsten Seele verborgen. Sie steigt als Dynamik auf, welche das Dasein dichter und kostbar werden lässt. Damit hat das altgriechische Wort für Kraft-dynamis - seine Entsprechung gefunden.
Energie und Dynamik
Ähnlich verhält es sich mit dem Wort Energie, das vom griechichen energeia kommt und das Wirken Gottes gegen alle Strömungen der Zeit bezeichnet. Bei den Worten Energie und Dynamik dürfen wir noch einmal in das Erfahrungsfeld der Ostergeschichten eintauchen. Im Osterbericht des Matthäus heißt es, dass am Morgen des ersten Wochentages ein Engel vom Himmel stieg: "Sein Aussehen war wie der Blitz"(Mt 28, 3). Ein Blitz hat eine Energie, die im ganz wörtlichen Sinn nicht zu fassen ist. Blitze in den Augen von Menschen sind Zeichen von Lebendigkeit und Ausstrahlung. Wir dürfen an manche Geistbegabte denken, bei denen die Augen oft wie Funken sprühen und denen zuzuhören eine Lust ist.
Wie kommen wir zur Energie des Hl.Geistes?
Alles dreht sich um die Frage: wie kommen wir zu der Macht, von der Jesus spricht, mit der er selbst aufgetreten ist, welche seinen grimmigsten Verfolger, Saulus aus Tarsus erschüttert und ganz und gar gewandelt hat? Ein Hinweis auf das heutige Fest Christi Himmelfahrt könnte uns weiterhelfen. Schon längst ist uns bewusst, dass Jesus nicht über die Wolken zu den Sternen und noch höher gestiegen ist. Dies überlasen wir den Trägerraketen, Raumkapseln und Satelliten. Sein letztes Wort lautet ja: "Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt"(Mt 28,20). Er sagt uns, dass er da ist, hier auf dieser Erde.
Die Macht - allen überlegen
Das Emporgehoben werden ist nur ein bildlicher Ausdruck dafür, dass ab jetzt Jesus allen geistigen Strömungen und geschichtlichen Ereignissen überlegen ist. Das wichtigste aber ist: Er ist bei uns, er ist hier. Er ist anwesend. Wenn wir in den Texten von „oben" und „über allen " hören, dann ist damit die wichtigste Stelle gemeint, die er in der Welt und in uns einnimmt. Sie ist gleich bedeutend mit der Tiefe unserer Seele. Wir sagen ja auch: Das hat mich zutiefst berührt, wenn uns ein Ereignis nahe geht oder eine Begegnung mit einem Menschen einen tiefen Eindruck hinterlässt. Wir dürfen dann von der Kraft aus der Tiefe reden. Deshalb sind wir auf der richtigen Spur, wenn wir Christus in der Tiefe unseres Herzens suchen, dort wo wir am meisten betroffen sind, wo wir uns ganz selbst gehören, dort, wo der Dreh-und Angelpunkt unserer Sehnsucht und unserer Gefühle ist. Wer an diesen Punkt angeschlossen ist, hat auch den Schlüssel zu den Herzen der anderen. Er kann sie dort erreichen, wo Stimmung und Meinung sich umkehren.
Wer immer wegen seiner Ausstrahlung bewundert wird, wer Energie und Dynamik in sich trägt, hat seine ganz eigene Geschichte mit seinem Suchen, mit seinen Entdeckungen, seinen Begegnungen, mit seinen Erschütterungen und Leiden.
Es ist sogar so: Wem die Vorstellungen, Ideale, Pläne, und Wünsche durchkreuzt werden -wer das annehmen kann- , taucht in eine tiefere Dimension ein. Es wachsen ihm neue Kräfte zu - Energie und Dynamik- mit denen er sein Leben und das anderer eigenständig gestaltet. Wer an die Kraft Christi angeschlossen ist, wird nicht mehr über die schlimmen Erscheinungen der Zeit klagen.
Glaubensbekenntnis, S. 378 ff.
Fürbitten vgl. S. 807 ff.
Zur Eucharistiefeier Mit der Himmelfahrt Jesu weitet sich unser Horizont, sie erschließt eine neue Zukunft. Jetzt heißt es, nicht stehen zu bleiben beim Altbekannten, sondern aufzubrechen zu neuen Ufern. Gefragt sind Botschafter, Zeugen seiner Gegenwart „alle Tage, bis zum Ende der Welt".
Gabengebet
Allmächtiger Gott,am Fest der Himmelfahrt deines Sohnes
bringen wir dieses Opfer dar.
Gib uns durch diese heilige Feier die Gnade,
dass wir uns über das Irdische erheben
und suchen, was droben ist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Präfationen von Christi Himmelfahrt, S. 428 f.
In den Hochgebeten I-III eigener Einschub
KommunionversMt 28, 20
Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. Halleluja.
Schlussgebet
Allmächtiger, ewiger Gott,du hast uns, die wir noch auf Erden leben,
deine göttlichen Geheimnisse anvertraut.
Lenke unser Sinnen und Verlangen zum Himmel,
wo Christus als Erster der Menschen bei dir ist,
der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.
Die Botschaft
Christus hat keine Hände, nur unsere Hände,
um seine Arbeit heute zu tun.
Er hat keine Füße, nur unsere Füße,
um Menschen auf seinen Weg zu führen.Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen,
um den Menschen von ihm zu erzählen.
Wir sind die einzige Bibel, die die Öffentlichkeit noch liest.
Wir sind Gottes letzte Botschaft,
in Taten und Worten geschrieben. (Aus dem 14. Jh., Verfasser unbekannt)