32. Sonntag A 08.11.2026

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Eröffnungsvers Ps 88 (87), 3
Herr, lass mein Gebet zu dir dringen,
wende dein Ohr meinem Flehen zu.
Ehre sei Gott, S. 375 f.
Tagesgebet
Allmächtiger und barmherziger Gott, wir sind dein Eigentum,
du hast uns in deine Hand geschrieben.
Halte von uns fern, was uns gefährdet,
und nimm weg, was uns an Seele und Leib bedrückt,
damit wir freien Herzens deinen Willen tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Erste Lesung (Weish 6, 12-16)

Wer die Weisheit sucht, findet sie
Lesung
aus dem Buch der Weisheit.

12Strahlend und unvergänglich ist die Weisheit;
wer sie liebt, erblickt sie schnell,
und wer sie sucht, findet sie.
13Denen, die nach ihr verlangen,
kommt sie zuvor und gibt sich zu erkennen.
14Wer sie am frühen Morgen sucht,
braucht keine Mühe,
er findet sie vor seiner Türe sitzen.
15Über sie nachzusinnen, ist vollkommene Klugheit;
wer ihretwegen wacht,
wird schnell von Sorge frei.
16Sie geht selbst umher,
um die zu suchen, die ihrer würdig sind;
freundlich erscheint sie ihnen auf allen Wegen
und kommt ihnen entgegen bei jedem Gedanken.
AntwortpsalmPs 63 (62), 2.3-4.5-6.7-8 (Kv: vgl. 2)
Kv Meine Seele dürstet nach dir, mein Gott. - KvGL 420
2Gott, mein Gott bist du, dich suche ich, *
es dürstet nach dir meine Seele.
Nach dir schmachtet mein Fleisch *
wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. - (Kv)
3Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum, *
zu sehen deine Macht und Herrlichkeit.
4Denn deine Huld ist besser als das Leben. *
Meine Lippen werden dich rühmen. - (Kv)
5So preise ich dich in meinem Leben, *
in deinem Namen erhebe ich meine Hände.
6Wie an Fett und Mark wird satt meine Seele, *
mein Mund lobt dich mit jubelnden Lippen. - (Kv)
7Ich gedenke deiner auf meinem Lager *
und sinne über dich nach, wenn ich wache.
8Ja, du wurdest meine Hilfe, *
ich juble im Schatten deiner Flügel. - Kv
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Zweite Lesung1 Thess 4, 13-18

Gott wird die Entschlafenen durch Jesus in die Gemeinschaft mit ihm führen
Lesung
aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Thessalónich.

13Schwestern und Brüder,
wir wollen euch über die Entschlafenen nicht in Unkenntnis lassen,
damit ihr nicht trauert wie die anderen,
die keine Hoffnung haben.
14Denn wenn wir glauben,
dass Jesus gestorben und auferstanden ist,
so wird Gott die Entschlafenen
durch Jesus in die Gemeinschaft mit ihm führen.
15Denn dies sagen wir euch nach einem Wort des Herrn:
Wir, die Lebenden,
die noch übrig sind bei der Ankunft des Herrn,
werden den Entschlafenen nichts voraushaben.
16Denn der Herr selbst wird vom Himmel herabkommen,
wenn der Befehl ergeht,
der Erzengel ruft und die Posaune Gottes erschallt.
Zuerst werden die in Christus Verstorbenen auferstehen;
17dann werden wir, die Lebenden, die noch übrig sind,
zugleich mit ihnen auf den Wolken in die Luft entrückt
zur Begegnung mit dem Herrn.
Dann werden wir immer beim Herrn sein.
18Tröstet also einander mit diesen Worten!
Oder Kurzfassung:

Zweite Lesung1 Thess 4, 13-14

Gott wird die Entschlafenen durch Jesus in die Gemeinschaft mit ihm führen
Lesung
aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Thessalónich.
13Schwestern und Brüder,
wir wollen euch über die Entschlafenen nicht in Unkenntnis lassen,
damit ihr nicht trauert wie die anderen,
die keine Hoffnung haben.
14Denn wenn wir glauben,
dass Jesus gestorben und auferstanden ist,
so wird Gott die Entschlafenen
durch Jesus in die Gemeinschaft mit ihm führen.
Ruf vor dem EvangeliumVers: vgl. Mt 24, 42a.44
Halleluja. Halleluja.
Seid wachsam und haltet euch bereit!
Denn der Menschensohn kommt
zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.
Halleluja.

Evangelium  Mt 25, 1-13

Siehe, der Bräutigam! Geht ihm entgegen!
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit

erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis:
1Mit dem Himmelreich
wird es sein wie mit zehn Jungfrauen,
die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen.
2Fünf von ihnen waren töricht
und fünf waren klug.
3Die törichten nahmen ihre Lampen mit,
aber kein Öl,
4die klugen aber nahmen mit ihren Lampen
noch Öl in Krügen mit.
5Als nun der Bräutigam lange nicht kam,
wurden sie alle müde und schliefen ein.
6Mitten in der Nacht aber erscholl der Ruf:
Siehe, der Bräutigam!
Geht ihm entgegen!
7Da standen die Jungfrauen alle auf
und machten ihre Lampen zurecht.
8Die törichten aber sagten zu den klugen:
Gebt uns von eurem Öl,
sonst gehen unsere Lampen aus!
9Die klugen erwiderten ihnen:
Dann reicht es nicht für uns und für euch;
geht lieber zu den Händlern
und kauft es euch!
10Während sie noch unterwegs waren, um es zu kaufen,
kam der Bräutigam.
Die Jungfrauen, die bereit waren,
gingen mit ihm in den Hochzeitssaal
und die Tür wurde zugeschlossen.
11Später kamen auch die anderen Jungfrauen
und riefen: Herr, Herr, mach uns auf!
12Er aber antwortete ihnen und sprach: Amen, ich sage euch:
Ich kenne euch nicht.
13Seid also wachsam!
Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

Die große Sehnsucht

Es ist die Jahreszeit mit Nebel und nasser Kälte, die uns nach innen treibt. Nicht nur dass wir die Wärme im Zimmer suchen, wir gehen an die Gräber und in unser Inneres. Unser Blick wendet sich zu denen, die mit uns einmal zusammen waren und heute nicht mehr da sind. Es ist gut, wenn wir die Frage zulassen: Was wird einmal mit uns sein? Was kommt auf uns zu? Um ehrlich zu sein, wir möchten da gar nicht so genau hinschauen. Aber wir werden älter. An den Beispielen anderer sehen: wir werden nicht mehr so viel können, wir werden geschwächt, vielleicht sogar behindert sein. Was wird am Ende sein? Was haben wir zu erwarten ganz zum Schluss? Wir wären froh, wenn wir etwas darüber wüssten. Aber vor jener Welt hängt ein Vorhang, den wir nicht selbst wegziehen können. Nun gibt es Menschen, die mit dieser Frage sehr überzeugend zurechtkamen und die uns ihre Erfahrungen mitteilen wollen. Es sind die, von denen die Heilige Schrift und die Geschichten der Heiligen berichten.

Die Zukunft - das große Ereignis

Für die Christen der Frühzeit bringt die Zukunft das große Ereignis. Man darf an die Begegnungen mit Jesus denken, die schon vor seinem Tod als großes Wunder und überwältigendes Glück erlebt wurden. Die letzte und endgültige ist seine Wiederkunft. Damit verbinden sich Sehnsucht und Hoffnung auf das Kommende, wodurch gegenwärtiges Leid relativiert, sogar außer Kraft gesetzt werden kann. Das ganze Denken und Tun ist nach vorne ausgerichtet. Die Gegenwart wird von der Zukunft überstrahlt.
Dieses neue Lebensgefühl ist im Grunde eine Erscheinung des Himmelreichs, von dem die Rede ist. Jesus hat versucht, das innere Geschehen in Gleichnissen darzustellen und verständlich werden zu lassen. Wir finden in den Heiligen Schriften Erzählungen, die sich für uns zunächst recht fremd anhören, aber bei genauerem Hinschauen entdecken wir die innere Welt der ersten Christen und vieler anderer aus späteren Zeiten. Es sind Bilder, welche aus der Mitte des Lebens genommen sind. Sie treffen den Hörer und den Leser  ebenfalls in der Mitte seines Wesens. Nichts bewegt die Gefühle, die Gedanken und die Entschlüsse mehr als die Liebe zweier Menschen, die sich gegenseitig ein Tor zum Glück öffnen und dies durch ein End - gültiges Jawort besiegeln wollen. Es tun sich Räume des Erlebens auf, die sie vorher nie kannten. Es ist das Gefühl, als habe man sich und den andern neu entdeckt. Nichts greift so stark in das Leben ein, als wenn sich die Wege zweier Menschen verbinden.
Von Gott ergriffen- 
Deshalb haben die ersten Christen und die Mystiker nachfolgender Generationen ihre Erfahrungen mit Gott mit den Bildern menschlicher Liebe ausgedrückt. Und doch bleibt es noch ein Geringes gegenüber dem, wenn Menschen von Gott ergriffen werden. Sie hatten etwas erlebt, was noch schöner und beglückender gewesen war als die neu entdeckte Nähe zweier Menschen. Wie Verliebte waren sie  in der Tiefe ihres Herzens getroffen, berührt von einer Macht, die größer ist als sie selbst, welche sie anzieht und im Innersten  verwandelt. So wurde die „Hochzeit" zum sichtbaren Ausdruck für das , was wir von Gott erwarten dürfen und was auf uns zukommen wird.


Ein ungewöhnlicher Hochzeitsbrauch

Vor diesem Hintergrund erfindet Jesus die Geschichte von den zehn Jungfrauen, die auf eine Hochzeit geladen sind und auf den entscheidenden Augenblick warten. Ein recht ungewöhnlicher Hochzeitsbrauch, wie es scheint. Von einer Braut ist gar nicht die Rede. Dass alle zehn als Bräute in Frage kommen, dürfte selbst im Orient als unwahrscheinlich gelten. Dies spricht dafür, dass es sich hier um ein Bild handelt, das die Ebene der äußeren Realität schon verlassen hat und nur als Sinnbild im Feld des Glaubens verständlich wird.

Erwacht zur vollen Liebesfähigkeit
Zunächst geht es bei dem Wort Jungfrau nicht um eine moralische Norm, bzw. um eine körperliche Gegebenheit. Mit Jungfräulichkeit ist vielmehr jener Lebensabschnitt gemeint, in dem die Seele einer jungen Frau zur vollen Liebesfähigkeit erwacht, wo sie vom Wunsch getragen ist, bald den Geliebten zu sehen, in die Arme zu schließen seine Nähe zu spüren und sich hinzugeben. Ihr Blick ist nur auf den sehnlichst Erwarteten gerichtet. Es ist ein Ausgespannt-Sein dem großen Glück entgegen. Töricht wäre es, sich davon ablenken zu lassen. Wenn wir nun Berichte von menschlichen Liebesbegegnungen und spirituellen Erfahrungen zusammennehmen, dann bekommen wir eine Ahnung davon, was einmal auf uns zukommen wird. Dies will uns Jesus mit dem Gleichnis vermitteln.
Für dieses große Ereignis hat man bei den frühen Christen den Ruf "Auf! Der Bräutigam kommt!" gefunden. Sie waren wie selbstverständlich auf das Kommen Christi ausgerichtet. In diesem Raum des Erlebens ist das Gleichnis von den fünf klugen und fünf törichten Jungfrauen angesiedelt.

Das Wichtigste verschlafen
Klug ist nach der Erzählung die weise Vorausschau und Vorsorge für den Fall, dass der Bräutigam länger ausbleibt. Töricht ist es, nicht vorbereitet zu sein, den Ernst der Situation nicht erfasst zu haben. Es geht um eine Wachheit für existentielle Belange, für das, was echt, was wichtig ist, was zum eigenen Glück beiträgt und was es verhindert. Erfahrungen mit Gott haben mit dieser Einstellung zu tun. Menschen, die von Gott berührt wurden, sagen, es fühle sich an, als wäre man bisher wie im Schlafe gelegen, als ob ein innerer, unbekannter Mensch erwacht sei. Den Wesensschlaf gibt es tatsächlich und er ist wohl ein viel verbreiteter Zustand. Man ist abgestumpft und gleichgültig gegenüber allem, was das eigene Wesen und das eigene Glück ausmachen würde. Es ist Desinteresse an allem überraschend Lebendigen, an allem, was die Herzen bewegt. Dies kann auch unter dem Mantel von Rechtgläubigkeit und Gesetzestreue geschehen. Bei aller bürgerlichen und kirchlichen Wohlanständigkeit kann man das eigentliche Leben verfehlen.
Die große Chance
Man kann seinen Anruf überhören und dann seine wirkliche Lebenschance verfehlen. Dies dürfte mit dem Bild der törichten Jungfrauen gemeint ist.
Die Parabel endet mit einem Aufruf zur Wachheit. Wir sollten zur Kenntnis nehmen, dass es Entscheidungen gibt, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Kommen wir auf die Frage zurück, die uns in diesen Wochen gestellt ist: Was wird auf uns zukommen? Die Erfahrung der frühen Christen sagt: Unsere Geschichte und die Geschichte der Menschheit endet mit einem großen Ereignis, von dem das Glück einer Hochzeit nur ein schwaches Bild abgibt.
Glaubensbekenntnis, S. 378 ff.
Fürbitten vgl. S. 810 ff.
Zur Eucharistiefeier Wenn unsere Tage monoton dahinfließen und uns nichts Aufregendes mehr begegnet - kommt es vielleicht daher, dass wir nichts erwarten? Trauen wir Gott zu, dass er uns jederzeit überraschen kann? Sind wir darauf vorbereitet?
Gabengebet
Gott, unser Vater, nimm unsere Opfergaben gnädig an
und gib, dass wir mit gläubigem Herzen
das Leidensgeheimnis deines Sohnes feiern,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Präfation, S. 431 ff.
Kommunionvers
Ps 23 (22), 1-2
Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Er lässt mich lagern auf grünen Auen
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Oder:Vgl. Lk 24, 35
Die Jünger erkannten den Herrn Jesus,
als er das Brot brach.
Schlussgebet
Wir danken dir, gütiger Gott, für die heilige Gabe,
in der wir die Kraft von oben empfangen.
Erhalte in uns deinen Geist
und lass uns dir stets aufrichtig dienen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Für den Tag und die Woche
Risiko der Begegnung Das Eigentliche beim Gebet, das, worauf Gott wartet und worauf auch wir selber warten, ist die Begegnung und die nie mehr endende Hingabe. Aber davor haben wir auch Angst. „Wenn ich das bin, für was ich mich halte, und wenn Gott der ist, den ich mir vorstelle, dann könnte ich dieses Wagnis vielleicht auf mich nehmen. Aber was, wenn er sich als ein anderer zeigt, als ich ihn mir vorstellte? Und was, wenn die Bretterwände, die ich vor meine Vorstellung aufgestellt hatte, in seiner glühenden Gegenwart verbrennen und eine völlig unvorhersehbare Begegnung mit ihm stattfindet?" Merton)

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